Familie – Willkommen zu Hause

view-aspFrüher waren andere Dinge wichtig. Freitag und Samstag Nach musste es um die Häuser gehen. Da floss der Alkohol in strömen, da wurde gefeiert bis die Sonne wieder aufging. Wie man nachts noch ins Bett gekommen war, wollte man am nächsten Morgen vor lauter Kopfschmerzen gar nicht wissen. Das Frühstück war oftmals schon das Abendessen. Und die nächste Partysession war schon wieder in Planung.

Sobald man jedoch den richtigen Partner gefunden hat, ändert sich einiges. Man geht zwar immer noch gern raus, doch will man jetzt seinen Fang natürlich präsentieren. Stolz will man der Welt zeigen, was für einen unglaublichen Menschen man doch abbekommen hat. Zuviel Alkohol will man dann auch nicht mehr zu sich nehmen und den Sonnenaufgang will man auch anders erleben. Schließlich kann man im Bett ja auch einige wunderschöne Dinge machen.

ID-10075190Aus dem was man im Bett so alles machen kann, kann auch mal ein neues Leben werden. Viele Paare wollen ein Kind bekommen und planen dies. Nicht selten führt dieser absolute Kinderwunsch dazu, dass es einfach nicht klappt. Man macht sich zu viel Stress. Andere Paare lassen es einfach auf sich zukommen.

Einige Paare bekommen auch ungewollt Nachwuchs. Tja, da hat man wohl in der Hitze des Gefechts das Kondom vergessen, oder ein paar Tage auf die Pille verzichtet. Diese Kinder sind so genannte „Unfälle“ und haben die bestehende Partnerschaft durch die ungewollte Spontaneität unglaublich bereichert. Oder zerbrochen.

Ist so ein kleines Leben erst mal auf der Welt, beginnt für das Paar ein ganz neuer Lebensabschnitt. Schließlich ist man nicht mehr nur zu zweit, sondern zu dritt. Den Neueinzug kann man nicht abschalten wie einen Fernseher. Der will Vollbespaßung rund um die Uhr.

Die ersten Tage nach der Geburt läuft meist noch alles ganz harmonisch ab. Man hat zusammen etwas erschaffen. Man hat seine Gene weitergegeben. Dieses Hochgefühl hält eine ganze Zeit lang an. Doch wenn die ersten Nächte lang und länger werden, weil man alle paar Stunden zur Raubtierfütterung gerufen oder besser geschrien wird, werden die Nerven langsam aber sicher immer angespannter. Darunter kann die Harmonie etwas leiden.

Jedes Paar mit einem Baby wird diese Situation schon mal gehabt haben. Das Baby schreit ohne Ende. Man hat schon die Flasche warm gemacht, doch diese wurde verweigert. Pupsgymnastik wurde angewendet und eine kleines Duftwölkchen wurde auch erreicht, doch das Baby schreit immer noch. Auf dem Arm schaukelnd durch die Wohnung getragen – Teilerfolge gehabt – Baby kurzzeitig ruhig. Doch versuchte man es wieder ins Bettchen zu legen, gleich die Sirene wieder an. Die besorgten Eltern überlegen schon ob sie zum Kinderarzt fahren soll. Doch kurz bevor man sich entschließt zum Notarzt zu fahren, oder doch lieber den Krankenwagen anruft, bemerkt man den Fehler. Das Baby hat seinen Schnuller verloren.

Wie schön das Familienleben ist, weiß man manchmal gar nicht richtig zu schätzen. Auch wenn es manchmal dicke Luft gibt und ein Gewitter im Beziehungsland aufzieht, auch wenn der Nachwuchs einem so richtig die Nerven raubt. Spätestens wenn man Nachts nochmal aufs Klo muss und sich dann die paar Sekunden Zeit nimmt und einen Blick ins Kinderbett wirf, wird einem ganz sicher wieder warm ums Herz. Dann sollte man ab ins Bett und seine bessere Hälfte nochmal richtig in den Arm nehmen. Dann ist auch die Harmonie wieder da.